HoGeSa & PEGIDA – neue Nationalrassistische Massenbewegung in Deutschland – Nationalsozialismus 2.0?


HoGeSa & PEGIDA – neue Nationalrassistische Massenbewegung in Deutschland – Nationalsozialismus 2.0?


Unser Grundsatzartikel – Versuch einer Einschätzung der nationalrassistischen Gesellschaftsentwicklung mit den aktuellen Höhepunkten HoGeSa, Pegida & Co sowie den Möglichkeiten und Schwierigkeiten, dieser Bewegung Einhalt zu gebieten. In Teil 1 geht es um die historische Entwicklung des antimuslimischen Rassismus, die Begriffsdefinition von „Nationalrassismus“, die Herausbildung von rechtspopulistischen und antiislamischen Bewegungen, Blogs und Parteien. Welche Rolle spielt dabei die AfD, wo liegt ihre Gefährlichkeit? Einbezogen wird die Entwicklung extrem rechter Einstellungen und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in Deutschland.

Neben dem Antisemitismus zieht sich ein weiterer rassistischer Strang durch die deutsche Geschichte: Der antimuslimische Rassismus. Seine historisch gesehen aktuellen Höhepunkte erfuhr dieser in den Brandmorden an türkischstämmigen MitbürgerInnen in Mölln, Solingen und weiteren Städten in den 90er Jahren sowie den 9 vom NSU hingerichteten Menschen mit tatsächlichen oder vermeintlichen türkischen Wurzeln. Er zeigt sich ebenso in den Aktivitäten der Polizei, die in ihren Ermittlungen die Opfer des NSU quasi zu Tätern wandelte.

Seit vielen Jahren entstehen islamfeindliche, rechtspopulistische Parteien und Blogs wie Politically Incorrect (PI) oder blu-news. Das Bindeglied zwischen Neonazis, neonazistischen MörderInnen, IslamhasserInnen und RechtspopulistInnen ist der antimuslimische Rassismus. Mit HoGeSa und Pegida sind diese Spektren vorerst vereint. Die „Gewaltfrage“, ein entscheidendes Kriterium bei der Differenzierung zwischen „RechtspopulistInnen“ und „Neonazis“, ist gefallen. Gewaltsamer Widerstand ist salonfähig geworden. Der von PI verbreitete antimuslimische Rassismus stellt den zentralen ideologischen Überbau der „Hooligans gegen Salafisten“ dar. HoGeSa kann als eine sich entwickelnde Sturmabteilung der radikalisierten „bürgerlichen“ IslamhasserInnen der PI-Gemeinschaft gesehen werden.

Die AfD – innerparteilich schon vor HoGeSa & Co im Flügelstreit verharkt – seht vor einer Zerreißprobe. Ist sie von ihrer inhaltlichen Ausrichtung schon fast der parlamentarische Arm von HoGeSa und Pegida, würde eine offizielle bundesweite Kooperation mit diesen den Charakter der Partei tiefgreifend weiter nach rechts verschieben. Es könnte ihr Ende oder aber auch ein Erstarken als extrem rechte Partei und Teil einer nationalrassistischen Massenbewegung bedeuten. Anders als bei klassischen Neonazidemonstrationen war der Widerstand gegen den antiislamischen Protest anfangs relativ schwach. Inzwischen sind deutliche Fortschritte zu erkennen. 10.000 Menschen standen in Dresden gegen Pegida auf der Straße. Einmal wurde ihr Marsch blokiert, einmal von Pegida selbst in eine stationäre Kundgebung gewandelt. Wir versuchen mit diesem Artikel eine Einschätzung der nationalrassistischen Gesellschaftsentwicklung sowie den Möglichkeiten und Schwierigkeiten, dieser Bewegung Einhalt zu gebieten.



Begriffsklärung „Nationalrassismus“

Im Laufe unserer Beschäftigung mit HoGeSa und Co haben wir begonnen, den Begriff „nationalrassistisch“ zu nutzen. Wir wollen damit den unserer Meinung nach besonderen „nationalen Charakter“ des aktuellen auf die Straße getragenen Rassismus hervorheben. Beim aktuellen Nationalrassismus wird Rassismus in weit über dem im Nachkriegsdeutschland bisher Normalen mit Nationalismus verbunden. Patriotismus wird hoch gehalten, soll wieder gesellschaftsfähig gemacht werden. Durch den Nationalsozialismus bedingt war aggressive Nationalismus in Deutschland zuvor nicht offen mehrheitsfähig. Vorraussetzung für die Entwicklung war das Ende von zwei deutschen Staaten und das im Osten laut proklamierte „Wir-Gefühl“ – „Wir sind ein Volk“, das im Westen auf fruchtbaren Boden fiel.

Türöffner für den heutigen Nationalrassismus war die Fußball Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Zum ersten Mal schmückten Deutschlandflaggen die Straßen und Autos als Massenphänomen. „Deutschland, Deutschland!“ Rufe waren allgegenwärtig. In den Medien wurde dies als „gesunder“, „nicht aggressiver“ deutscher Patriotismus, als europäische Normalisierung gewertet – was sicherlich in gewissen Punkten zutrifft. Der Fußballpatriotismus war jedoch der Türöffner für den heute nationalrassistisch auf die Straße getragenen Patriotismus. Als Akteur tritt u.a. der extrem rechte Rand der Fußballfans, die Hooligans, auf. Der Begriff „Patrioten“ ist in dem Kürzel der sich aus Dresden verbreitenden Bewegung enthalten. Unter Deutschland Flaggen und „Wir sind ein Volk“ Rufen wird gegen Muslime, Flüchtlinge und alles Fremde gewettert. Der schon immer in Deutschland in Staat und Gesellschaft latent vorhandene Rassismus wird durch den neu erwachten Nationalismus aggressiv vorangetrieben. Wir nennen dies Nationalrassismus. Mit der Begrifflichkeit knüpfen wir bewusst an den Begriff des „Nationalsozialismus“ an. Ziel ist, damit die Gefährlichkeit der neuen nationalrassistischen Bewegung herauszustellen und als Begrifflichkeit in den Köpfen zu verankern.

Zu Tausenden gehen seit Wochen Menschen unter rassistischen, antiislamischen und fremdenfeindlichen Parolen auf die Straße. „Hooligans gegen Salafisten“ machten in Köln, Hannover sowie zuvor in kleinerem Umfang in weiteren Städten den Anfang. Es folgen tausende in Dresden – zuletzt um die 5.000 – unter dem bürgerlicher klingenden Dach „Patriotische Europäer Gegen Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida). Mit „Patriotische Europäer“ kann sich das rassistische Kleinbürgertum leichter identifizieren als mit gewalttätigen Fußballhooligans. Vom Namen her sind sie als Bewegung „gegen Islamisierung des Abendlandes“ dagegen weitaus radikaler als die HoGeSa, welche sich namentlich „nur“ „gegen Salafisten“ wendet. Von der NPD und anderen faschistischen Organisationen und Parteien schon seit längeren gegründete Initiativen – vor allen im Großraum Berlin – gegen AsylbewerberInnenunterkünfte finden wieder Zulauf – teils im vierstelligen Bereich. Beworben werden sie, z.B. die von organisierten Neonazis veranstaltete „Montagsdemo“ in Berlin Marzahn, auch auf dem Antiislamblog „Politically Incorrect“.

Mord – Pogrome – Türkenfeindlichkeit – Widerstand

In den 90er Jahren stand ein rassistisch-faschistischer Mob vor den Flüchtlingsheimen. Abgefackelt, aus dem Land getrieben, vernichtet sollten die zu uns geflohenen Menschen werden. 1991 Hoyerswerda, 1992 Rostock Lichtenhagen mit Hunderten angreifenden Neonazis und bis zu 3.000 applaudierenden MittäterInnen sind vielen mit Schrecken noch in Erinnerung. Ebenso die in diesem Klima von Neonazis begangen Brandanschlage auf von TürkInnen bewohnte Häuser in Mölln und Solingen mit insgesamt sieben Toten und Verletzten. In diesem Klima der Angst und des Terrors wurde staatlicherseits durch eine große Koalition am 6. Dezember 1992 das bundesdeutsche Asylrecht de facto abgeschafft. In diesem Klima bildete sich auch das terroristische Neonazi-Netzwerk „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) heraus. Mindestens 10 Menschen, darunter 9 tatsächliche oder vermeintliche türkisch stämmige Mitbürger, wurden von ihnen ermordet.

Aus diesen Erfahrungen heraus entwickelte sich ein breiter gesellschaftlicher Widerstand gegen Neonazi-Aufmärsche. Dort wo früher einige tausend Nazis aufmarschierten – wie in Dresden und Wundsiedel – finden heute zu den jährlichen Demonstrationen nur noch einige hundert Unbelehrbare zusammen. Blockaden von Nazi-Aufmärschen haben sich als eine legitime Form des Widerstands durchgesetzt. Als es 2014 zu einem erneuten Ansteigen der Flüchtlingszahlen kam, standen NPD und Konsorten mit ihren Protesten zuerst allein auf verlassener Flur. Sehr viele Bürgerinnen wurden stattdessen aktiv. Sie unterstützen die teileweise vor Ort skandalöserweise in Zelten zusammengepferchten Flüchtlinge mit Rat und Tat und Sachspenden. Anders als in den 90er Jahren stoßen die Flüchtlinge heute oft auf Verständnis, Unterstützung und Mitgefühl. Doch dies ist nur die eine Seite der Medaille.

Rechtspopulistischer Aufbruch – Die neue Variante der extremen Rechten

Die andere, neubraune Seite wühlt schon lange im scheinbar bürgerlich rassistischen Schlamm. Auf Parteiebene kam es zur Gründung sogenannter rechtspopulistischer Parteien wie dem „Bund Freier Bürger“ in den 90er Jahren, „Pro Deutschland“, „Pro NRW“, „Die Freiheit“ und der „AfD“. Offiziell als „eurokritische“ Partei vor gut zwei Jahren gegründet, entwickelte sich die AfD immer offener in eine rechtspopulistische, rassistische Richtung, so dass die Diskussionen um ihre Einordnung sich bald erübrigt haben dürften. Vor allen in ihrer Gründungszeit, als die kritischen Medienberichte über die AfD noch rar gesät waren, haben wir uns intensiv mit ihr beschäftigt.

Parallel zur Entwicklung der Pro-Bewegung und der Partei „Die Freiheit“ entstanden – mit personellen Überschneidungen – eine Fülle von menschenverachtenden Islamhassblogs im Netz. Als bedeutendster Blog hat sich Politically Incorrect (PI) mit um die 80tausend Zugriffen pro Tag herauskristallisiert. Schon in der Vergangenheit hat PI Neonazis gegen DemokratInnen unterstützt und sich revanchistisch betätigt.

Stürzenbergers radikalisierte islamfeindliche Kleinstpartei „Die Freiheit“

Der ehemalige Pressesprecher der bayerischen CSU, Michael Stürzenberger, radikalisierte sich und seine Partei „Die Freiheit“ so, dass ein Grossteil der Mitglieder die Partei verließ. Heute hat der ehemalige bayerische Vorsitzende den Bundesvorsitz der Partei inne. Sie ist von einer rechtspopulistischen Kleinpartei zu einer politisch extrem radikalisierten Kleinstpartei geschrumpft. Mehrmals wöchentlich trat Stürzenberger in München auf, polterte gegen den Islam und sammelte um die 60.000 Unterschriften für ein von ihm initiiertes Bürgerbegehren gegen ein Islamzentrum in der Münchner Innenstadt. Anfangs stieß er auf geringen Widerstand. Er distanzierte sich von Neonazis und ist ein Protagonist einer neuen Art von radikalem, antimuslimischem Rassismus. Fängt Stürzenberger zu predigen an, ist er kaum noch zu stoppen. Seine Auftritte tragen teils sektenhaften Charakter.

Es dauerte, bis ein erfolgreicher Gegenprotest gegen Stürzenbergers antimuslimische Hetze organisiert werden konnte. Die Erkenntnis, dass IslamhasserInnen, RechtspopulistInnen ähnlich gefährlich wie Nazis sein können, ist ein Prozess, der seine Zeit benötigt, sich in den demokratischen Gesellschaftsschichten zu festigen. Erst dann lässt sich aber ein gesellschaftlicher Massenwiderstand organisieren. Heute ist dieser in München in breiten Gesellschaftsschichten – bis hin zur CSU – verankert.

Den Einzug in den Stadtrat der bayerischen Landeshauptstadt verpasste Stürzenberger knapp. Auf dem nationalrassistischen Blog Politically Incorrect, bei dem er regelmäßiger Autor ist, wurde er für seine Aktivitäten als Held gefeiert. Der um Stürzenberger versammelte radikalisierte Kreis der Münchner Ortsgruppe „Die Freiheit“ sowie die PI-Gruppe München werden inzwischen vom Verfassungsschutz beobachtet. Wenn Worte töten könnten, wäre das tagtägliche durch Politically Incorrect verursachte Blutbad unvorstellbar. Die ideologische Grundlage von PI und des 77fachen norwegischen Massenmörders Breivik sind weitgehend kongruent.

Die AfD – eine sich rechtspopulistisch radikalisierende Partei mit unterschätztem marktfundamentalistischem Gefahrenpotential!

Noch schwieriger entwickelt sich der Widerstand gegen die AfD. Der sich im Laufe der Zeit potenzierende rechtspopulistische Charakter der AfD wird von vielen Menschen nicht gesehen. Die Partei erhielt bei den vergangenen Wahlen gar in bedeutendem Umfang Unterstützung durch ehemalige WählerInnen der Partei „Die Linke“. Ungeachtet oder nicht sehend, dass die AfD von ihrer Gesellschaftsidee das Gegenteil einer sozialen, solidarischen Gemeinschaft verkörpert.

Mindestens ebenso gefährlich wie der ihr innewohnende Rechtspopulismus ist der menschenverachtende Marktfundamentalismus und der damit einhergehende Sozialdarwinismus, der die Partei von der Basis bis zu Lucke durchzieht. Ideologische Basis ist die Österreichische Schule der Nationalökonomie aufbauend auf den Thesen des Ökonomen und Sozialphilosophen Friedrich August von Hayek. Sie besagt Kapitalismus in Reinkultur ohne jeglichen Stattseingriff. Der Begriff „Neoliberalismus“ ist für diese marktfundamentale Ideologie unseres Erachtens eine Verharmlosung derselben. Die ehemalige britische Premierministerin Thatcher kann im Vergleich dazu fast als Kommunistin bezeichnet werden. Die MarktfundamentalistInnen bezeichnen sich positiv konnotierend als „Libertäre“. Auf politischer Ebene wird von Parteisprecher Konrad Adam das Wahlrecht für Arbeitslose in Frage gestellt oder vom aktuell stellvertretenden NRW-Landessprecher Herrmann Behrendt in einem Buch die Abschaffung der parlamentarischen Demokratie gefordert.

Im Vergleich zum Widerstand gegen die offenen Neonazis und die traditionellen RechtspopulistInnen steckt der Protest gegen die AfD noch in den Kinderschuhen. Die Gründe dafür dürften u.a. darin liegen, dass die Gefahren des Marktfundamentalismus schwieriger greifbar bzw. vermittelbar sind. Mit seinen Verlautbarungen gegen Rechtsextremismus gelingt es Parteichef Lucke in der Öffentlichkeit den rechtspopulistischen Charakter zu verschleiern. Provozierende rassistische Verlautbarungen werden bewusst vermieden. So überholte Anfang 2014 die bayerische Volkspartei CSU die AfD gar rechts in der offenen rassistischen Propaganda. „Wer betrügt der fliegt“ lautete das Motto. Dem Wolf muss erst sein Schafspelz abgezogen werden, dass er offen als Wolf gesehen wird.

Extrem rechte Einstellungen in Deutschland

Auf welchen gesellschaftlichen Einstellungen und Entwicklung fußt diese oben beschriebene zweiseitige Entwicklung. Nach einer aktuellen Studie der „Friedrich Ebert Stiftung“ vom November 2014 zu rechtsextremen Einstellungen in Deutschland soll die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland von 2012 – 25,1 Prozent – auf heute 7,5 Prozent gefallen sein.

„Rechtsextreme Einstellungen sind im Vergleich zum Jahr 2012 in allen Teilen des Landes, deutschlandweit auch langfristig seit 2002, zurückgegangen. Dagegen war noch bis 2012 für den Osten Deutschlands ein dramatischer Anstieg (Verdopplung seit 2002) zu verzeichnen gewesen.“

Bei der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit wendet sich leider das Blatt:

„Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF) ist in der Gesellschaft und deren Teilgruppen weit verbreitet. Einigen Facetten, wie der Abwertung von langzeitarbeitslosen und asylsuchenden Menschen, stimmt fast die Hälfte der Deutschen zu.“

Abwertung asylsuchender Menschen: 44,3 %

Abwertung von Sinti und Roma: 26,6 %

Islamfeindlichkeit: 17,5 %

Bundesweit beklagten die Amadeu Antonio Stiftung und PRO ASYL „einen deutlichen Anstieg von Angriffen gegen Flüchtlingsunterkünfte. Allein in 2014 lassen sich bereits jetzt 55 gewalttätige Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte zählen, darunter 24 Brandstiftungen. Zudem haben wir Kenntnisse von 33 tätliche Übergriffe auf Einzelpersonen und einem Todesopfer.“

Die 17,5 Prozent Islamfeindlichkeit zeigen auf, dass ein nicht zu vernachlässigender Teil der Bevölkerung bereit ist, IslamhasserInnen nach zu laufen. Bestärkt wird die Islamfeindlichkeit sicherlich durch die Terroraktivitäten des „Islamischen Staates“ und anderer fundamentalistisch-islamischer Gruppierungen.

Im 2. Teil des Artikels geht es um die Herausbildung von HoGeSa (Hooligans Gegen Salafisten) und der Rolle des Islamhassblogs Politically Incorrect. Welche Beziehung besteht zwischen den Hooligans und den radikalisierten, den Islam hassenden Teilen der Gesellschaft, die versuchen, sich selbst als „bürgerlich“ darzustellen? Wir beschreiben die Herausbildung einer Vereinigung der verschiedenen rechten Spektren durch HoGeSa und Pegida. Abschließend werfen wir einen Blick auf interne Differenzen bei HoGeSa und den weiteren Planungen der NationalrassistInnen.

In diesem Dritten Teil unseres Grundsatzartikels „Nationalrassistische Massenbewegung in Deutschland“ wenden wir uns Pegida Dresden sowie ihren im Westen Deutschlands marschierenden Ablegern zu. Welche Gemeinsamkeiten, welche Unterschiede gibt es. Wie ist die Stellung zu HoGeSa? In welchem Wechselspiel mit dem Extremismus der Mitte bewegt sich Pegida? Widerstand ist machbar! BOGIDA: “Es ist für mich unerheblich, ob es den Holocaust gegeben hat”- neue Nationalrassistische Massenbewegung in Deutschland – TEIL 3

Weitere Artikel, Meldungen und Stellungnahmen zu HoGeSa, Pegida & Co sind auf unserer Facebook-Seite zu finden.

Unsere weiteren Artikel zu Pegida, HoGeSa & Co:

Über 1.000 NürnbergerInnen blockieren die braune Nügida erfolgreich. Gewaltbereite Neonazis und Nazi-Hools als Ordner. Der mit Hunderten Neonazis laufenden Bagida ist Nügida zu Rechts. Sie wird aus der GIDA-Bewegung ausgeschlossen. Nügida zerfleischt sich intern. Der zweite Marsch – geplant für den 23. Februar – wird abgesagt. Die Hauptakteure: Der Stadtbekannte Neonazi Rainer Biller. Er gibt sich als Aussteiger. Ist aber Hauptorganisator bei Nügida und soll auf der Gründung des Nürnberger Kreisverbandes der Neonazipartei „Die Rechte“ am 25.1.15 anwesend gewesen sein. Die Politiker der islamfeindlichen Kleinstpartei „Die Freiheit“ Michael Stürzenberger und Gernot Tegetmeyer. Beide auch Redner vor Tausenden von Neonazis und Nazi-Hools bei der HoGeSa am 15.11.14 in Hannover. Diverse VertreterInnen der beiden HoGeSa Vereinigungen. Popcorn einkaufen – und lesen. Besser kann Satire nicht als Realsatire: Nügida Blockiert! Nügida Nazigida! Nügida Zerstritten! Nügida Abgesagt! – NOnügida!

HoGeSa ist zerbrochen, in GSD wieder zusammengewachsen und auferstanden. „Gemeinsam-Stark“ mag harmlos klingen, ist aber brandgefährlich. GSD sind die HoGeSa von Köln! Wir skizzieren hier den Zerfall der HoGeSa und die Widerauferstehung als GSD – HoGeSa 2.0 Reloaded: „Gemeinsam-Stark Deutschland e.V.“ – GSD – HoGeSa 2.0 RELOADED!

Wir sind „sprachlos“: Die DGB „Gewerkschaft der Polizei“ (GdP) spielt sich praktisch als Staat im Staate auf. In Gebrauch der fragwürdigen Hufeisen-Extremismus-Theorie werden die rechtextremistische „Legida“ einerseits und die gewählte Stadtvertretung andererseits gleichwertig als Extreme gegenüber gestellt. Was ist da los in Sachsen? Die eigentlich unabhängige „Landeszentrale für politische Bildung“ stellt der rassistischen Pegida-Bewegung die eigenen Räume für eine Presskonferenz an die „Lügenpresse“ zur Verfügung. Der öffentlich-rechtliche Sender Phönix verbreitet bundesweit die Pegidawerbung bundesweit live im Fernsehen! Sprachlos: Polizei Leipzig – Staat im Staate?

Die Deutsche Polizeigewerkschaft Köln hetzt antidemokratisch auf Facebook gegen Antifa – so wie sonst oft auf Nazi-Seiten agitiert wird. Anlass ist wahrscheinlich der letzte Kögida-Aufmarsch. Ca. 12. Stunden stand das Posting. 387-mal geteilt, 322 gefällt mir. Uns fehlen die Worte! #DPoIG #NOkögida

Über 100.000 gingen am 12. Januar bundesweit gegen Pegida und GIDA-Franchise-Ableger auf die Straße! Klarer Tenor: Deutschland ist ein Einwanderungsland – Der Islam gehört zu Deutschland – Flüchtlinge sind willkommen und müssen unterstützt werden. Die Terroranschläge von Paris und Pegida sind zwei Seiten derselben Medaille. Sie haben den NationalistInnen und RassistInnen – wir nennen sie NationalrassistInnen – von Pegida nicht den befürchteten Aufschwung gebracht. Gleichwohl bewegten die Anschläge auf „Charli Hebdo“ sicherlich den einen oder die andere, sich zu den PegidistInnen zu stellen. GIDA inklusive Franchising kam trotzdem gutwillig gezählt nur auf 35.000 HassbürgerInnen. Über 100.000 gegen Pegida & GIDA-Franchise legida bagida sügida hagida …!

„Der HoGeSa-Marsch am 18. Januar durch Essen wurde verboten. Am 11. Januar erklärte HoGeSa „die Demo in Essen „offiziell“ zurück zu ziehen. Zwischen den Zeilen wurden die Nazi-Hools aufgefordert, trotzdem nach Essen zu fahren! Gleichzeitig tauchen Aufrufe „Jetzt erst recht!“ zu Essen auf. Anscheinend schätzt sich HoGeSa als stark genug ein, einen mehrere tausend Mann starken Aufmarsch gegen den Willen der Polizei durch Essen durchsetzen zu können. Wir schildern in diesem Artikel die Entwicklung des HoGeSa-Essen-Marsches und werfen einen Blick auf die Entwicklung und Spaltung der HoGeSa. Das zentrale Agitations- und Organisationsmedium, das HoGeSa-Forum, war drei Tage lang bis zum 11. Januar – scheinbar nach Angriffen durch eine Anonymous-Abteilung – offline!“ Trotz Demoverbot: HoGeSa-Gewaltmarsch durch Essen am 18. Januar?

Für den 8.2.15 hat der HoGeSa Nachfolger „Gemeinsam-Stark Deutschland e.V.“ (GSD) einen HoGeSa-Nachfolgeaufmarsch zu Köln und Hannover in Ludwigshafen, Rheinland-Pfalz, angekündigt. HoGeSa hatte sich Ende 2014 gespalten. Die Hooligans der alten Führung der HoGeSa sind bei GSD. Der Aufmarsch in Rheinland-Pfalz ist hoch gefährlich und brisant. Die Hools des 1. FC Kaiserlautern sind bundesweit als extrem rechten Hooligantruppe berühmt und berüchtigt. Von der HoGeSa-Kundgebung am 18. Januar in Essen distanzierte sich GSD. Ungebundene Hooligans, Neonazis, RechtspopulistInnen und IslamhasserInnen dürften sich leider trotzdem in beträchtlicher Anzahl zu deren Aufmarsch einfinden. HoGeSa und GSD liegen im Streit. Wir dokumentieren Ausschnitte des Streits und befassen uns genauer mit GSD: 8. Februar – Ur-HoGeSa-Demo in Ludwigshafen – Auf die Straße gegen Nazi-Hools!

PegiD NRW spaltet sich und zerlegt sich selbst. Sie distanzierten sich von dem am 12. Januar in Düsseldorf startenden Dügida-Marsch unter der Leitung der ehemaligen Pressesprecherin und Mitglied der Teamleitung PegiD NRW Melanie Dittmer. Dittmer wurde von PegiD NRW und Pegida Dresden eiskalt die Franchise-Lizenz für Düsseldorf und Bonn entzogen. Wir zeichnen die Entwicklung der Spaltung mit Screenshots und Erklärungen der AkteurInnen nach. PegiD NRW zerlegt sich – Dittmer Franchise-Lizenz für Dügida & Bogida entzogen!

Kögida und Bogida wurden am 6. Januar von PegiD NRW offiziell für beendet erklärt. Einzig Dügida besteht weiter. Kögida, Bärgida und Muegida wurden erfolgreich blockiert. Am 5. Januar standen den von der extremen Rechten dominierten Pegida-Ablegern in der gesamten Bundesrepublik weit über 50.000 Menschen entgegen. Wer jetzt noch einen Dialog mit GIDA fordert und sich für eine restriktivere Flüchtlingspolitik ausspricht, muss sich zu Recht vorwerfen lassen, geistige Brandstiftung zu betreiben. Wenn ein Dialog geführt werden muss, dann mit den Flüchtlingen und den vielen Menschen, die Flüchtlinge im Kampf um ihre Rechte unterstützen. Wir stellen uns quer – rechtsextreme Pegida Ableger Kögida BärGida Muegida blockiert!

Wie braun darf Pegida sein? Ist PEGIDNRW schon von der rechtsextremen PRO-NRW übernommen? Hat AfDler Heumann bei DIGA ausgesorgt? Neonazi Sascha Wagner – eine Konstante in Melanie Dittmers (Teamleitung und/oder Pressesprecherin PEGIDNRW) Leben – gestern wie heute? Kann HoGeSA die eigene Kundgebung in Essen nicht kontrollieren? Hooligan Randale angekündigt – ein Verbotsgrund? PEGID NRW – Bogida Dügida Kögida – hellbraun vs. dunkelbraun!

Pegida Initiator Lutz Bachmann hat sich in den 90er Jahren einer dreieinhalbjährigen Haftstrafe wegen aus dem Rotlicht-Milieu heraus begangenen Diebstahls mit der Flucht nach Südafrika entzogen. Er ist verurteilter Drogendealer und hat geschäftliche Verbindungen zu Hells Angels Etablissements. Nicht gegen den Islam, sondern gegen die PKK soll Pegida gegründet worden sein. Damit unterstützt sie real den Islamischen Staat, der von PKK und YPG in Syrien bekämpft wird: Pegida = Pegabpis (Platte Europäer gegen Asylbewerber pro Islamischer Staat) oder eure menschenverachtende Heuchelei ist zum Kotzen

„Advent, Advent ein Asylheim brennt!“ schreibt NPD Bayern bei Bagida zum Brandanschlag auf die Flüchtlingsunterkünfte in Vorra bei Nürnberg. Die bayerische Pegida ist durchsetzt von extremen Rechten, sei es WÜRGida oder NüGIDA. Die Neonazipartei „Der Dritte Weg“ liefert ein quasi Bekennerschreiben ohne Bekenntnis zum Terroranschlag in Vorra und HoGaSa baut Franken zu einem Schwerpunkt aus: BAGIDA – NPD – NAZIGIDA – „ADVENT ADVENT ASYLHEIM BRENNT“

Ist überall auch Pegida drin, wo Pegida drauf steht? Nein behauptet Pegida. Nur lizenzierte GIDAS seine echte GIDAS. Die falschen GIDAs sollen von der Antifa, Neonazis oder sogenannten TrittbrettfahrerInnen betrieben werden. Im Zentrum der „Verdächtigen“ stehen BerGiDa, Dogida und Muegida – Muenchen. In München will Muegida gar gegen den Willen Pegidas real auf der Straße aufmarschieren: Wo Pegida drauf steht, ist auch Pegida drin? – Bagida, BerGiDa, Muegida, Dogida, NüGIDA, … – ALLES PEGIDA?

Faking Pegida! Gefakte +pegida #bagida #bogida #rogida #DIGA … Seiten werden zum Massensport! Faking Pegida! – WIR SIND ALLE FAKEGIDA – NO NAZIGIDA!

Zum gewalttätigen, extrem rechten Gesicht der bayerischen Bagida und deren Anerkennung durch die Dresdner Pegida siehe Bagida – HoGeSa und Pegida in Bayern – die extreme Rechte sucht Massenbasis!

NPD, PI & Bagida feiern die Räumung des Münchner Flüchtlingscamps. Mord, tote Flüchtlinge, das wünschen sich die vermeintlich bürgerlichen Bagida AnhängerInnen. Siehe NPD, PI & Bagida feiern Räumung von Flüchtlingscamp in München

Im saarländischen Ableger von HoGeSa ist es dieses Wochenende zur Spaltung gekommen. Der parteifreie abhitlernde Hooligenrand distanzierte sich von der bürgerlich-vereinnahmenden NPD. Siehe SageSa spaltet sich! – „breites“ HoGeSa Spektrum vom Hitlergruß bis NPD

Hatz, Hass & Gewalt werden von HoGeSa, PI & Co geschürt. Ein bei REWE entlassener HoGeSa Teilnehmer soll gerächt werden. Doch plötzlich gibt es Rückzieher. Die Artikel werden gelöscht: Wie sich HoGeSa, PI & Co mit REWE Boykott blamieren

Teil 2 unseres Grundsatzartikels zur neuen nationalrassistischen Massenbewegung in Deutschland. Wir behandeln die Herausbildung von HoGeSa und die Rolle des Islamhassblogs Politically Incorrect. Welche Beziehung besteht zwischen den Hooligans und den radikalisierten, den Islam hassenden Teilen der Gesellschaft, die versuchen, sich selbst als „bürgerlich“ dazustellen? Wir beschreiben die Herausbildung einer Vereinigung der verschiedenen rechten Spektren durch HoGeSa und Pegida. Abschließend werfen wir einen Blick auf interne Differenzen bei HoGeSa und den weiteren Planungen der NationalrassistInnen. HoGeSa – Politically Incorrect’s SA? – – neue Nationalrassistische Massenbewegung in Deutschland – TEIL 2

Es ist für mich unerheblich, ob es den Holocaust gegeben hat” sagte Melanie Dittmer. Sie ist Anmelderin und Organisatorin des offiziellen Bonner Pegida-Ablegers. Bogida ist eine der wenigen von Pegida offiziell anerkannten Pegida-Bewegungen in Deutschland. In diesem Dritten Teil unseres Grundsatzartikels „Nationalrassistische Massenbewegung in Deutschland“ wenden wir uns Pegida Dresden sowie ihren im Westen Deutschlands marschierenden Ablegern zu. Welche Gemeinsamkeiten, welche Unterschiede gibt es. Wie ist die Stellung zu HoGeSa? In welchem Wechselspiel mit dem Extremismus der Mitte bewegt sich Pegida? Widerstand ist machbar! BOGIDA: “Es ist für mich unerheblich, ob es den Holocaust gegeben hat”- neue Nationalrassistische Massenbewegung in Deutschland – TEIL 3

Bürgerinnen und Bürger gegen extreme Rechte

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4 Antworten auf „HoGeSa & PEGIDA – neue Nationalrassistische Massenbewegung in Deutschland – Nationalsozialismus 2.0?“


  1. 1 haha 07. Dezember 2014 um 16:28 Uhr


    bubgegenextremerechte: Ein Beispiel dafür, dass Pegida, HoGeSa & Co nicht nur fremdenfeindlich und nationalrassistisch, sondern auch behindertenfeindlich und homophobe sind – der braune Mob „unserer“ Gesellschaft:

    geh mal zum arzt du paranoide homosau

  2. 2 Klaus 09. Dezember 2014 um 20:04 Uhr

    Merkst du eigentlich selber, dass du irgendwie blöd bist? Mal ehrlich: Was du da mit dem Begriff Nazi beschimpfst, sind ganz normale Menschen, die Mitte der Gesellschaft. Du Depp machst einen gewaltigen Fehler, denn diese Leute wissen, dass sie keine Rechtsextemisten sind und Arschlöcher wie du, die entabuisieren das auf diese Weise und machen den Weg dafür erst richtig frei.

    Wer national denkt, ist kein Nazi. In jedem anderen Land auf der Welt sind die Menschen ggf. stolz auf ihr Land, nur Idioten wie du, machen Nazis draus.

    Ich gebe dir einen Rat: Verlasse das Land, solange das noch möglich ist. Wenn du weiter solche Reden schwingst, weißt du nie, wie die Bürger auf der Straße dir gegenüber reagieren. Ich persönlich würde da auf nichts hoffen. Linke Gewalt wird nicht ohne Folgen bleiben.

    Linke sind Parasiten. Eigentlich müsstet ihr bei mir eine eigene Seite bekommen, aber ich konzentriere mich auf anderen Abschaum.

    bubgegenextremerechte: „blöd, Depp, Arschlöcher, Parasiten“… Ein Hass Kommentar par excellence! Danke dafür. Ein Anschauungsobjekt für all unsere Leserinnen und Leser.

  3. 3 P.M. 12. Dezember 2014 um 13:17 Uhr

    >Türöffner für den heutigen Nationalrassismus war die Fußball Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

    Wirklich? Ich will nicht bestreiten, dass die WM eine wichtige Rolle bei der weiteren Restaurierung des Nationalismus in Deutschland gespielt hat.
    Aber liegt der Ursprung des neuen deutschen Nationalismus nicht eher in den Neunziger Jahren? Bei dem „Wir sind das Volk“-Jingoismus der Einheitsbewegung, den rassistischen Anti-Asyl-Kampagnen und dem Krieg gegen Serbien?

    bubgegenextremerechte: Stimmen wir zu grundsätzlich zu. Der Türöffner öffnet ja auch nur die Tür für das, was dahinter schlummert.

  4. 4 P.M. 12. Dezember 2014 um 17:10 Uhr

    Trotzdem funktioniert die Analogie hier nicht mehr. Geschlafen hat der deutschnationale Rassismus mit Sicherheit nicht, als er mehrere Asylbewerber ermordetete und die Tür zur Mehrheitsgesellschaft stand ebenfalls längst sperrangelweit offen, wenn man bedenkt, dass praktisch alle großen Medien und Parteien seinerzeit die Hetze mitgetragen haben.

    Die Fussball-WM habe ich im Rahmen dieser Metapher eher als etwas wahrgenommen, das die Tür aus den Angeln hebt und auf den Sperrmüll verfrachtet.
    Aber der bisher größte Schaden war zu dem Zeitpunkt schon getan – sowohl die Anti-Asyl-Progrome als auch die NSU-Morde.

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