AfD Parteitag im Schatten des Rechtsextremismus?

AfD Parteitag im Schatten des Rechtsextremismus?

„Nazis in der Partei / Rechtsextremes Gedankengut“

„Klassische Bildung statt Multitkulti-Umerziehung“ lautet das AfD Motto vier Tage vor dem Gründungsparteitag. Der Autor und Wissenschaftler Andreas Kemper ordnet es als „Neonazi-Jargon“ ein. Als Ergebnis entstand im (in)formellen Forum der AfD der inzwischen 8seitige Thread „Nazis in der Partei / Rechtsextremes Gedankengut“. Hunderte von Likes und positive Kommentaren zu dem rassistischen Posting auf FB zeigen die extreme rechte Basis der Professorenpartei auf. Die AfD reagiert auf Kritik mit einer im klassisch neurechten Stil auf der Ebene der Identitären Bewegung abgefassten Stellungnahme. Inhaltlich verantwortlich für die neurechte Ausrichtung des zentralen Propaganda Instrumentes der AfD, ihrer FB-Seite, ist Frau Dr. Frauke Petry. Der Koordinator der AfD FB-Seite Kloth ist schon mehrmals mit seiner offenen Flanke nach rechts außen aufgefallen. Extrem rechte Parolen bleiben auf der FB-Seite der AfD stehen, Petitionen von Parteimitgliedern und Bewerbern als stellv. Parteisprecher werden dagegen gelöscht. Jetzt hat auch noch der Rechtsaußen der FW, Wolfgang Hübner, die Aufnahme in die Partei beantragt. Inzwischen hat der Parteivorstand einen Life-Stream im Internet untersagt. Die NPD will sich als wahre Anti-Euro Partei präsentieren und hat zu einer Mahnwache vor dem Interconti aufgerufen. Ab 11.00 soll es am 14.04.13 auch eine linke Spontankundgebung vor dem Interconti Berlin gegen den Parteitag geben. Ihr Motto: „Nazis, Rassist_innen und Rechtspopulist_innen sind nie eine Alternative! “

„Nazis in der Partei / Rechtsextremes Gedankengut“ lautet die Überschrift eines Threads im inoffiziellen Forum der AfD. Mitglieder und AnhängerInnen der Partei reagieren damit auf extrem rechte Äußerungen und Kampagnen der Partei. Am Gründungsparteitag – wird in dem Forum spekuliert – am „Sonntag wird es hitzig werden.“ Andere Mitglieder dagegen haben schon resigniert und über FB ihren Austritt aus der Partei bekannt gegeben. Was war passiert? Am 10. April postete die Partei wie jeden Tag ihre Tageslosung auf FB. „4 Tage bis zum Gründungsparteitag. Klassische Bildung statt Multitkulti-Umerziehung“. Schon kurz nach Veröffentlichung stellt Andreas Kemper in einem Artikel „AfD gegen „Multikulti-Umerziehung“ fest:

„“Multikulti-Umerziehung“ ist kein rechtspopulistischer Begriff, sondern Neonazi-Jargon, wie eine Google-Suche offenbart. Er kommt selten vor und Google verweist hauptsächlich auf die Jungen Nationaldemokraten und den Ring Nationaler Frauen.“

Die offizielle Tageslosung der AfD führt zu einer Flut von Kommentaren auf FB. Grob lassen sich dabei vier Richtungen einteilen: Eifrige BefürworterInnen der Losung im „Neonazi-Jargon“, enttäuschte GegnerInnen derselbigen, die SchadensbegrenzerInnen, die Angst haben, dass die Diskussion der Partei um die Ohren geschlagen wird, sowie KommentatorInnen, die begrüßen, dass das diskutiert wird.

Die AfD und ihre Positionen der Neuen Rechten

Es kommen Äußerungen wie „diese grüne alt68-multikulti-schei**e ist inzwischen unerträglich!“ Axel B. „erklärt“ den Begriff „Multikulti Umerziehung“: „Das propagieren von angeblich funktionierendem Multikulti bei gleichzeitiger Ächtung von Kritik und Hinterfragen als rassistisch oder rechtsextrem =Multikulti-Umerziehung“. Und schon nach ca. 45 Minuten kommt eine erste Stellungnahme der „Alternative für Deutschland“ zu der Thematik:

„Alternative für Deutschland Liebe AfD – Freunde – unter uns müssen wir es nicht erklären. Aber für alle , die uns noch nicht gut genug kennen:
Wir grenzen uns klar von jedem rechtsradikalen Gedankengut ab – besonders von Leuten, die sich in der Tradition des Dritten Reiches sehen.
Das heißt aber nicht, dass wir nicht zu unserem Land, unserer Sprache und unserer Kultur stehen.
Auf der anderen Seite heißt es ebenso wenig, dass wir andere Kulturen ablehnen – im Gegenteil – wir wollen in Frieden mit allen anderen Nationen und deren Kulturen leben.
Dazu müssen wir selbst aber in unserer Kultur ruhen dürfen!“

Wie auf vielen Seiten der extremen Rechten, so sagt auch die AfD: „Wir grenzen uns klar ab“, besonders vom „Dritten Reich“. Aber wir wollen mit unserer Kultur, Identität und Sprache in unserem Land leben und achten die anderen Ethnien, Kulturen und Nationen. Das ist genau die Ideologie, der Sprachgebrauch der „Neuen Rechten“, der Ideologie Alain de Benoist, der Ausdruck der Identitären Bewegung. Es ist der Ethnopluralismus, der anstelle von „Rassen“ von „Ethnien“ spricht. Die extrem rechte Übereinstimmung der AfD und der Identitären Bewegung ist auf der Abbildung gut nachvollziehbar.

784-mal „gefällt mir“ gibt es Mittwochnacht für den Kampfslogan der extremen Rechten der AfD. 380-mal wurde er gar geteilt. Bei dem abgemilderten Nachfolgeslogan „Bildung statt Ideologie“ gibt es dagegen nur 491 „Likes“ und 105 geteilte Inhalte. Inzwischen soll das gesamte Posting auf Druck von Parteigründer Lucke entfernt worden sein. Bei genauer Recherche ergiebt sich aber: Es wurde nicht entfernt. Unter den Fotos ist es nach wie vor sichtbar und kann weiterhin kommentiert werden. Erst wohl aufgrund dieses Artikels wurde das Foto zwischen Freitag Nacht(12.4) und Sonntag Vormittag (13.4) entfernt. 10 Tage vor ihrem Parteitag griff die AfD mit dem Slogan „Keine Gängelung durch die „political correctness!“ schon einmal das extrem rechte u. a. auch bei fast allen RechtspopulistInnen beliebte Thema der „Politically Incorrectness“ auf.

Frau Petry inhaltlich verantwortlich für „Multikulti-Umerziehung“

Laut Impressum ist für die FB-Seite der AfD „inhaltlich verantwortlich: Dr. Frauke Petry“. Frau Petry ist in der Vergangenheit nicht als Mitglied der extremen Rechten aufgefallen. Aber anscheinend hat sie nichts dagegen einzuwenden, presserechtlich verantwortlich für die Verbreitung von extrem rechter Parolen oder wie es AfD Mitglieder oder SympathisantInnen selber ausdrücken von „Rechtsextremen Gedankengut“ im Namen der Partei zu sein. Frau Petry ist für die Inhalte verantwortlich. Sie wird auch vernünftiger Weise die Administratoren der AfD FB-Seite wenn nicht ausgesucht, so zumindest genehmigt haben. Nach der Darstellung von Thorsten V. im (in)formellen Forum der AfD gibt es insgesamt 6 Admins der AfD bei FB. Einer der Admins, Torsten Kloth, ist der Koordinator der FB-Seite. Dieser ist uns schon mehrmals als – um es freundlich auszudrücken – rechtsoffen aufgefallen. Kloth ist, wie er auf der AfD-FB-Seite in dem Thread zum bayerischen Mitgliedertreffen schreibt, „einer der Admins der Seiten WA2013- und Afd- Bundesseiten“.

Auf seiner eigenen FB-Seite teilte Kloth ein Foto des rechtsextremen „Bündnis-Zukunft-Hildburghausen“ (BZH). Da stellt sich die Frage: Weshalb macht er dies? Welche Seiten besucht und liest der Herr AfD-Admin und Koordinator im Netz? Weshalb teilt er von diesen rechtsextremen Seiten Fotos? Wie rechts offen ist Thorsten K.?

Der Verfassungsschutzbericht Thüringen von 2010 widmet dem BZH auf den Seiten 28 und 29 ein ganzes Kapitel:

3.2.2.2 Kooperation mit dem „Bündnis-Zukunft-Hildburghausen“ (BZH)

Die DVU setzte ihre intensive Zusammenarbeit mit dem im Vorfeld der Kommunalwahl 2009
von früheren Mitgliedern des inzwischen nicht mehr existenten NPD-Kreisverbands Hildburghausen/Suhl gegründeten BZH fort. Der TRINKAUS ideologisch nahe stehende Rechtsextremist Tommy FRENCK vertritt das von Steffen KÜHNER geführte BZH inzwischen im Kreistag Hildburghausen.

Mahnwache in Hildburghausen

Unter dem Tenor „Wir gedenken der Opfer des alliierten Bombenterrors“ führte das BZH am 25. Februar in Hildburghausen eine Mahnwache durch, an der sich neben FRENCK auch TRINKAUS beteiligte. Auf einem Flugblatt, das Bezug auf die als „Terrorangriff“ bezeichnete
Bombardierung Hildburghausens am 23. Februar 1945 nahm, fand sich die Losung „KEIN VERGESSEN ALLIERTER KRIEGSVERBRECHEN!“.

„Nationaler-Sozialer-Thüringer-Arbeiter-Tag“

Am 24. Juli organisierte der DVU Landesverband Thüringen in Kooperation mit BZH und „Pro Thüringen e. V.“32 in Hildburghausen einen „Nationalen-Sozialen-Thüringer-Arbeiter-Tag“. Den Auftakt bildete ein Aufzug unter dem Motto „Wir wollen keine Asylantenheime!“, den ca. 90 Personen unterstützten.

Das weitere Programm stand unter dem Slogan „Bildung statt Freibad“ und umfasste Auftritte des Liedermachers „Fylgien“ (Berlin) und der Band „Untergrundwehr“ (Bayern), Informationsstände sowie eine Podiumsdiskussion zu dem Thema „Deutschland – Ein Einwanderungsland?“ auf dem Marktplatz. Dabei trat u. a. der frühere NPD-Bundesvorsitzende Günter DECKERT als Diskutant gegenüber zwei Vertretern des demokratischen Spektrums auf.“

Am Dienstag, den 9.4.13 lästert Kloth über die Entschädigung der Opfer des Terrors des NSU ab:

Neurechte Ausrichtung als zweites Standbein der AfD?

Anhand der von dem Koordinator Kloth besuchten FB-Seiten der extremen Rechten und an der aktuellen neurechten Positionierung der AfD auf FB wird klar, wessen Geistes Kind die FB-Mannschaften der AfD unter Duldung oder gar Förderung von Frau Petry ist. Und FB ist die zentrale Werbe- und Darstellungsplattform der AfD. FB ist das zentrale Propaganda Instrument der Partei AfD! D.h. mit der extrem rechten und neurechten Themendarstellung auf FB von Seiten der AfD selbst, scheint ein Teil der Partei die AfD für den Parteitag soweit wie möglich sowohl inhaltlich als auch personell rechts offen positionieren zu wollen.

Wie perfide daran gearbeitet wir, zeigt auf, wie mit parteiinternen KritikerInnen dieser neurechten Positionierung umgegangen wird. Anlässlich des extrem rechten Multikulti-Postings, der massiven Zustimmung desselbigen durch Likes sowie Kommentare, forderte der als stellv. Bundessprecher kandidierende Norbert K. in einem auf FB veröffentlichten Kommentar, die Löschung der rechten Stellungnahme sowie die Entlassung der verantwortlichen Administratoren. Gepostet wurde das ausformuliert als Antrag für den AfD Gründungsparteitag. Innerhalb weniger Minuten war der Antrag für den Parteitag des Parteivorstandskandidaten gelöscht inkl. aller seiner vorangegangen Beiträge. K wurde für die Seite gesperrt. Danach wurde über ihn als „Linker“ hergezogen, da er einmal in Bayreuth in der WASG aktiv gewesen ist. Marc P. „Hoffe Linksextremist Norbert Kleinwächter…“ Für seine Aussage wird Marc P. von der AfD kurz zu Recht gewiesen „bitte niemanden verleumden! Bitte korrigieren!“ – stehen bleiben darf sie weiterhin, auch unkorrigiert. Im zweiten Teil des Postings wir Marc von der AfD beschwichtigt und K. angegriffen: „Herr Kleinwächter hat einen sehr schlechten Weg gewählt. Das wird intern geklärt!“ Extrem rechte Parolen bleiben auf der FB-Seite der AfD stehen, Petitionen von Parteimitgliedern werden dagegen gelöscht. In einem offenen Brief (siehe Abbildung) prangert K. den Vorfall nun an. Demokratie scheint für die AfD ein Fremdwort zu sein, wenn es um die eigene Partei geht. Wenn es um die EU geht, wird von ihr die Demokratie Keule hervorgeholt.

Wolfgang Hübner – einen weiterer Baustein nach Rechts?

Am 10. April hat der Rechtsaußen der Freien Wähler, Wolfgang Hübner, einen Aufnahmeantrag bei der AfD gestellt. Er ist Fraktionsvorsitzender der Frankfurter FW-Fraktion im Römer. Diese wettern (in ihrer Pressemitteilung vom 15.03.13) offen gegen den Islam: „Wer den islamisch motivierten Extremismus stoppen und vertreiben will, muss nicht die Hauptarbeit der Polizei und Justiz überlassen, sondern sich offensiv-politisch mit den Wurzeln dieser verhängnisvollen Entwicklung auseinandersetzen.“ Am 25.02.13 veröffentlichen sie einen Artikel zu den neurechten Identitären, auf die positiv Bezug genommen wird: „Ziel der unterschiedlichen Gruppierungen ist es offenbar, eine offene Diskussion zu den Fragen von Einwanderung und Islamisierung zu erzwingen, wo in den offiziellen Leitmedien und Politikerreden nur Beschwichtigung, Aussitzen oder politisch-korrekte Denkverbote zu vernehmen sind.“ Hübner passt genau hinein in eine neurechts ausgerichtete AfD, die „Multikulti Umerziehung“ anprangert.

Hübner hat vergangenen Herbst die vom NSU begangenen Morde verharmlost. Aiwanger dürfte froh sein, seinen rechten Rand so einfach losgeworden zu sein und kein Parteiausschlussverfahren mit ungewissem Ausgang durchführen zu müssen. Hübner gehörte keiner verfassungsfeindlichen Partei an. Von daher dürfte seiner Aufnahme in die AfD nichts im Wege stehen. Ein Mann seines Kalibers dürfte sich vorher in Absprachen eine Aufnahme sichergestellt haben. Gleichzeitig ist eine Aufnahme Hübners als Startschuss für eine offen rechtspopulistische, neurechte, Islam- und Fremdenfeindlichkeit unterstützende Parteiausrichtung zu werten. Nur ein Beitrittsgesuch Sarrazins hätte höhere Sprengkraft. Ob die Professores gewillt sind, die AfD schon heute offen als außerhalb des demokratischen Spektrums stehend zu präsentieren, widerspricht deren vorherigen Aussagen und den verzweifelten Versuchen, sich nach rechts abzugrenzen. Nach einer Aufnahme Hübners und der in der Partei schon heute vorhandenen neurechten Basis wird diese Abgrenzung nicht mehr glaubwürdig sein.

Muss der Gründungsparteitag wiederholt werden?

Ob sich Hübner beim Parteitag der AfD in Berlin blicken lässt, ist eine andere, interessante Frage. Der Parteitag ist nur für Mitglieder. Hunderte Anträge sind noch nicht bearbeitet. Wird Hübners Antrag vor ihnen bearbeitet? Hunderte Parteimitglieder sollen gar zum Parteitag nicht zugelassen werden. Der Saal im Berliner Interconti fasst nur 1.200 Personen. Von 1.500 Anmeldungen zuzüglich Presse wird von der AfD berichtet. Hunderte Parteimitglieder warten noch auf die Bearbeitung ihrer Anmeldung. Das Dilemma der AfD: Der Saal fasst nicht alle Parteimitglieder, die an dem Parteitag teilnehmen wollen. Entweder es wird ein größerer Saal gefunden oder aber der Parteitag ist aller Voraussicht nach nicht beschlussfähig und muss wiederholt werden. Siehe auch 100te AfD-Mitglieder zum Parteitag ausgeladen.

Hatten sich die AnhängerInnen der AfD in den letzten Wochen noch lautstark für eine Fernsehübertragung des Parteitages auf Phoenix stark gemacht, so nimmt ihnen der Parteivorstand jetzt sogar die Möglichkeit des von AktivistInnen vorbereiteten Live-Streams über das Internet. Der Initiator des (In)offiziellen AfD-Forums, Dennis D., meldet am 11.04.13 um 10:13 Uhr: „Liebe Parteifreunde, liebe Unterstützer, liebe Interessierte,
auf Vorstandsbeschluß hin wird es keinen offiziellen live-stream vom Parteitag geben.“

Vor was haben die alten Herren Angst? Eine demokratische Partei jedenfalls, müsste alles versuchen, um sich und ihren Parteitag als Werbeplattform einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren! Ausgelöst durch den Diskussionsbeitrag eines Nutzers um ca. 14.30 auf der AfD FB-Seite sah sich die AfD dann genötigt, innerhalb kurzer Zeit mit einer eigenen Stellungnahme die Diskussion richtig zu eröffnen:

Schnell bildeten sich zwei Flügel: Die einen begrüßten das Verbot des Vorstandes, die anderen verstanden ihn nicht. Weshalb gibt es keinen Live-Stream wenn über 100 Journalisten anwesend sind? Was hat die AfD zu verbergen, was nicht an die Öffentlichkeit gelangen soll? Hat der Vorstand Angst vor seinen Mitgliedern? Hat er Angst vor einem ungeregelten Ablauf des Parteitages? Mit der Entscheidung einer Live-Übertragung in einen weiteren Saal des Interconti – wie das (In)formelle AfD-Forum meldet – scheint der Vorstand jedenfalls zu versuchen, die Teilnahme aller interessierten Parteimitglieder zu gewährleisten. Aber gelingt dies? Werden diese Mitglieder auch die gleichen Partizipationsmöglichkeiten am Parteigeschehen haben wie die im Hauptsaal haben. Wie ist es mit den Mitgliedern, die am Donnerstag fälschlicherweise ausgeladen worden sind. Wurden alle rechtzeitig verständigt. Neben inhaltenlichen Ausreißern ist den JournalistInnen zu raten, genau die Formalien zu beobachten. Der Vorstand wird schon wissen, weshalb er eine Übertragung ablehnt.

Wer schützt die Mitglieder vor ihrem Vorstand könnte gefragt werden. Heute erklärte Vorstandssprecher Lucke in der Stuttgarter Zeitung, zum Schutz gegen extreme Rechte werde mit (ehemaligen) Mitgliedern der Reps vor ihrer Aufnahme ein Gespräch geführt. Ehemalige Mitglieder der Partei „Die Freiheit“ wurden dagegen an oberste Stellen wie den eines Landesbeauftragten gesetzt. Erst heute erklärte das von der CSU bestimmte Bayern, dass der bayerische Verband der Kleinstpartei „Die Freiheit“ ebenso wie der bayerische Landesverband des Islamhetzblogs „Politically Incorrect“ als „verfassungsfeindlich“ gelten und seit Ende März unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht. (Ehemalige) Mitglieder der Partei „Die Freiheit“ finden die AfD jedenfalls äußerst interessant. Wenn das die Abgrenzung der AfD von der extremen Rechten ist, dann scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die AfD in den Verfassungsschutzberichten auftaucht. Da ist es dann wiederum verständlich, dass es der Vorstand nicht so gern hat, wenn gefilmt wird. ArbeitgeberInnen, die gerne extrem rechte Verfassungsfeinde beschäftigen, sind zum Glück rar gesät.

NPD will AnhängerInnen abgreifen

Wie die NPD heute auf ihrer FB-Seite ankündigte, will sie diesen Sonntag, den 14. April, ab 12.00 Uhr eine Mahnwache vor dem als „Alternative für Deutschland“ Parteitagsgelände fungierenden Interconti in Berlin abhalten:

Jetzt stellt sich die Frage. Gibt es vor dem Interconti noch weitere Kundgebungen? Und wenn ja, gehen sie gegen die AfD, gegen die NPD oder gegen beide?

Ja es wird sowohl gegen die NPD als auch die rechtspopulistischen AfD einen Spontankundgebung ab 11.00 vor dem Berliner Intterconti beginn. Wie das Nachrichtenportal linksunten.indymedia vermeldet steht sie unter dem Motto „Nazis, Rassist_innen und Rechtspopulist_innen sind nie eine Alternative! “.

Inzwischen ist es sicher: Dass der Parteitag von einem unterlegenen Kandidaten angefochten wird, ist sehr wahrscheinlich. Der Parteitag entschied, dass sich von den über 150 KanditdatInnen nur 25 vorstellen dürfen. Zumindest zur Auswahl müssten sich alle KandidatInnen vorstellen, damit die TeilnehmerInnen des Parteitages dann entscheiden können, wer kein Rederecht erhält. Die KandidatInnen erhalten dazu natürlich kein Rederecht. Das würde die Abstimmung ja ad absurdum führen. So scheinen die Herren Professores und ihre Jünger zu zeigen, dass ihr Demokratieverständnis dem einer „Demokratur nach Gutsherrenart“ gleicht.

Auch auf der AfD FB-Seite wird diese Entscheidung kommeniert:

„Christoph G: Tschüß, Demokratie. Und das bei der Gründungsveranstaltung. Bemerkenswert.“
„Freie, GLEICHE und geheime Wahl… aber bei der AfD bekommt nur ein Teil der Kandidaten die Chance, sich vorzustellen. So schnell hat noch keine neugegründete Partei die demokratischen Regeln ad absurdum geführt.“

Überarbeitete Fassung vom 14.04.13, 10:45 Uhr

Alle Rechtschreibfehler bei den Zitaten im Original übernommen.

  • Einschätzung des Parteifindungsprozesses und der Chancen der Afd siehe

    „Al­ter­na­ti­ve für Deutsch­land“: Ein­schät­zung ihrer Chan­cen & not­wen­di­ger Wi­der­stand!

    http://bubgegenextremerechte.blogsport.de/2013/04/09/alternative-fuer-deutschland-einschaetzung-ihrer-chancen-notwendiger-widerstand-2//

  • Zu Rassismus Diskussion bei der AfD Jugend siehe:

    Warum die AfD-Jugend ihr Titelbild löscht, auf dem ein Schwarzer zu sehen ist!

    http://bubgegenextremerechte.blogsport.de/2013/04/04/warum-die-afd-jugend-ihr-titelbild-loescht-auf-dem-ein-schwarzer-zu-sehen-ist/

  • Zur Fragwürdigen Gründung des LVs Hamurg der AfD und die Haltung eins Landesbeauftragten zu den REPs siehe:

    Gemeinsam mit den REPs? – Fragwürdige LV Gründung in Hamburg – Wie rechts ist die neue Partei AfD?

    http://bubgegenextremerechte.blogsport.de/2013/04/01/gemeinsam-mit-den-reps-fragwuerdige-lv-gruendung-in-hamburg-wie-rechts-ist-die-neue-partei-afd/

  • Zum Antisemitismus in der AfD siehe:

    Die an­ti­se­mi­ti­sche Frat­ze der „Al­ter­na­ti­ve für Deutsch­land!

    http://bubgegenextremerechte.blogsport.de/2013/03/28/die-antisemitische-fratze-der-alternative-fuer-deutschland/

  • Zum undemokratischen innerparteilichen Vorgehen in der AfD und dem Hang zum Zentralismus siehe:

    „Alternative für Deutschland“ Demokratur nach Gutsherrenart?

    http://bubgegenextremerechte.blogsport.de/2013/04/08/httpbubgegenextremerechte-blogsport-de20130408alternative-fuer-deutschland-demokratur-nach-gutsherrenart/

  • Zu dem ökonomischen Anti-Euro-Programm der AfD siehe unseren Artikel:

    Neoliberalsimus & Marktfundamentalismus sind keine „Alternative für Deutschland“, Zypern,….

    http://bubgegenextremerechte.blogsport.de/2013/03/19/neoliberalsimus-marktfundamentalismus-sind-keine-alternative-fuer-deutschland-zypern/

  • Zu den Bestrebungen gemeinsam mit REPs und „Die Freiheit“ zu agieren siehe unseren Artikel:

    „Alternative für Deutschland“ – Aufruf zur Zusammenarbeit mit REPs und „Die Freiheit“

    http://bubgegenextremerechte.blogsport.de/2013/03/16/alternative-fuer-deutschland-aufruf-zur-zusammenarbeit-mit-reps-und-die-freiheit/

  • Zu den rechtspopulistischen Wurzeln der AfD siehe unseren Artikel:

    Rechts­po­pu­lis­ti­sche „Al­ter­na­ti­ve für Deutsch­land“ – Eine Ge­schich­te von Nie­der­la­gen!

    http://bubgegenextremerechte.blogsport.de/2013/03/06/rechtspopulistische-alternative-fuer-deutschland-eine-geschichte-von-niederlagen/

  • Zu den marktfundamentalen und verschwörungstheoretischen Wurzeln der AfD siehe unseren Artikel:

    PdV – Alternative für Deutschland – und der Holocaust

    http://bubgegenextremerechte.blogsport.de/2013/03/11/pdv-alternative-fuer-deutschland-und-der-holocaust/

  • Zu den rechtspopulistischen AnhängeInnen und ihrer sogenannten „Migrationspolitik der AfD siehe unseren Artikel:

    Alternative für Deutschland, Fremdenfeindlichkeit & Rassismus sind keine Alternative!

    http://bubgegenextremerechte.blogsport.de/2013/03/12/alternative-fuer-deutschland-fremdenfeindlichkeit-rassismus-sind-keine-alternative/

  • Zur Infiltration der AfD durch IslamhasserInnen siehe unseren Artikel:

    Wie die Islamhasser die Anti-Euro-Partei „Alternative für Deutschland“ übernehmen!

    http://bubgegenextremerechte.blogsport.de/2013/03/14/wie-die-islamhasser-die-anti-euro-partei-alternative-fuer-deutschland-uebernehmen/

  • Bürgerinnen und Bürger gegen extreme Rechte

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    Laufend aktualisierte Informationssammlung zur AfD

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    8 Antworten auf „AfD Parteitag im Schatten des Rechtsextremismus?“


    1. 1 jo@jo 12. April 2013 um 7:18 Uhr

      Hey,

      mir ist bei der AfD aufgefallen, dass ihre Popluratität vorallem durch eine Große deutsche Zeitung gepusht wird, welche jeden zweiten Tag in ihren Online-Nachrichten als Titelthema irgentetwas über die AfD bringt: Die Welt. Dann ist mir aufgefallen, dass einige Mitglieder und Unterstützer der AfD in der Welt-Redaktion arbeiten, vllt. könnten ihr die Strukturen mal durchleuchten?

      Grüße,

    2. 2 MiMi 12. April 2013 um 10:33 Uhr

      Die Partei hat aus meiner Sicht ein sehr vernünftiges Ziel und sehr großes Potential. Natürlich sind nun vor allem zu Beginn viele seltsam eingestellte Opportunisten unterwegs – das sollte sich aber recht schnell ändern (wie z.B. das Facebook „Problem“).

      Im Sinne der Demokratie sollte man dieser neuen politischen Kraft eine Chance geben – und dabei natürlich aus der Partei heraus jeglichen Rechtsextremismus bekämpfen. Ich bin überzeugt, das sich die Idioten aufgrund der thematischen Positionierung der Partei nicht durchsetzen können. Die werden hoffentlich merken, dass sie bei anderen Parteien besser aufgehoben sind.

      So ist es eine unangenehme Randerscheinung – aber so ist nun mal die Demokratie.

      Seht Ihr denn keine Chance, das mit der Partei wirklich etwas positives erreicht werden kann?

      Bürgerinnen und Bürger gegen extreme Rechte: Nein, wir sehen da keine Chance. Schau Dir mal das Bündnis UmFAIRteilen an. Vorausgesetzt du stehst Ideen wie Mindestlohn und Grundeinkommen nicht vollkommen ablehnend gegenüber.

    3. 3 Ronny da Silva 12. April 2013 um 14:30 Uhr

      Zu Afd und rechtslastig kann ich nur sagen, dass ich auf facebook beobachtet habe wie einige mit rechtem Hintergrund versucht haben Parteimitglied zu werden und dann abgelehnt wurden, worüber sie sich aufgeregt haben. AfD will keine Rechte dabei haben. Nur weil die Partei gegen den Euro ist ist sie noch lange nicht rechts. Ich wähle sie auch weil sie die einzige Alternatve zur derzeit katastrophalen Rettungspolitik der Blockpartei sind und für direkte Demokratie.

      Bürgerinnen und Bürger gegen extreme Rechte: Die paar die rausgegriffen wurden sind nur die Spitze des Eisberges.

    4. 4 Toti 12. April 2013 um 20:28 Uhr

      Ich finde die Ideen der AfD weder „Nazi“ noch „neonazi“. Es sind ganz normale und unbescholtene Bürger, die sich hier zusammenfinden und gemeinsam mit den führenden Wissenschaftlern in diesem Land Alternativen aufzeigen. Dass dich hierbei auch mal die ein oder andere unbedachte Äusserung ergibt, bleibt leider nicht aus. Gibt es auch bei den etablierten Parteien. Da muss und wird die AfD auch entsprechend durchgreifen, die ersten Landesschiedsgerichte sind bereits im Amt.
      (…)

      Bürgerinnen und Bürger gegen extreme Rechte: Den Rest posten Sie mit Quellen und Belegen aber nicht als billige Hetze.

      Wenn entsprechend durchgegriffen wird, können wir das nur begrüßen.

    5. 5 George 12. April 2013 um 22:06 Uhr

      Schon lustig, von anfangs „populistisch“ ist die AfD jetzt schon „rechtsextrem“? Ich bin kein Anhänger der AfD, aber ich behalte sie im Auge, alleine weil ich mit eine echte Alternative zum Parteien- Einheitsbrei wünsche und in der „Rettung“ von Pleitestaaten bis zum eigenen Bankrott keinen Sinn sehe.
      Bislang sehe ich bei der AfD eher ein Bemühen die Rechten rauszuhalten, bei euch sehe ich nur Hatz auf eine neue Partei. Überall geisterten heute Meldungen herum, die Reps würden auf eigene Kanditatur vertichten und stattdessen mit der AfD fusionieren. Wer verbreitet solchen Unsinn? Und vor allem, warum wird im netz alles ohne weitere Recherche und eigenes Nachdenken weiterverbreitet? Sinnlose Hatz…

      Bürgerinnen und Bürger gegen extreme Rechte: Wenn Sie den Artikel richtig lesen, werden sie festellen, das Problem der Rechtsextremität wird in der AfD selbst diskutiert. Immer mehr outet sich diese Partei allerdins als Neurechts. Und wenn sie mit den REPs fusioniert weis wohl ein jeder wo der Hase langläuft.

    6. 6 AfDler 14. April 2013 um 11:44 Uhr

      Keine Angst: Wo sich soviel wissenschaftliche Kompetenz konzentriert, hat kein Nazi Platz. Natürlich versuchen die ewig Gestrigen irgendwie Gehör zu finden. Das Hirn dafür, sich in dieser neuen Partei artikulieren zu können, haben sie nicht. Ich glaube, dass die Infratest-DIMAP Umfrage auch einen guten Querschnitt der Mitglieder darstellt.
      Dann sollte man auch den Gründungsstress bedenken. Da rutscht immer mal ein Fehler durch. Das darf noch lange nicht zur Verurteilung führen. Es sei denn, man ist AntiFa.

    7. 7 Christian 14. April 2013 um 17:39 Uhr

      @BuBgeR: Wo hat die AfD jemals behauptet, mit den Reps fusionieren zu wollen? Ich behaupte jetzt einfach mal, ihr wollt das auch machen. Stimmt doch, oder? Und „Klassische Bildung statt Multikulti-​Umerziehung“ ist Neonazi-Jargon. Aha. Könnte es sein, daß ihr schwer paranoid seid? Nur weil eine neue Partei gegen den Eurowahn ist und AKTIV etwas dagegen tut, ist sie noch lange nicht „neurechts“.
      Die dem Volk aufoktroyierte „Policical Correctness“ wirkt sich allmählich weit zerstörerischer auf Geist und Denke aus als das, was in der DDR praktiziert wurde. Übrigens haben die Leute dort alle eine klassische Bildung genossen, die Neonazis und Multikulti kamen erst nach der Wende.

    8. 8 Rudi Leuchtenbrink 14. April 2013 um 18:37 Uhr

      Die könnten sich auf den Kopf stellen, Ihr wollt die Haare in der Suppe finden.

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