Rechtsterroristisches konspiratives Treffen im „Hotel Hufhaus“ im Südharz?

Rechtsterroristisches konspiratives Treffen im „Hotel Hufhaus“ im Südharz?

Eine geheime Tagung mit konspirativer Anmeldung hätte es werden sollen. Diskutieren will Meinolf Schönborns Organisation „Neue Ordnung“ und die LeserInnen des dazugehörigen Publikationsorganes „Recht & Wahrheit“ ihre weitere „Taktik, Strategie, Planung“. Report Mainz hat Anfang Februar über die Gefahr „Neue Ordnung“ und das konspirative Treffen berichtet. Bis heute blieb der Ort geheim! Mit dem NSU und Rechtsterrorismus vertraute Politiker wie Sebastian Edathy (SPD), Vorsitzender des NSU-Untersuchungsausschusses, halten „diese Organisation, diesen Zusammenschluss für ausgesprochen gefährlich“, „für verbotswürdig“(1). Eine genauere Untersuchung des Netzwerkes findet sich in unserem Artikel „Schönborns des Rechtsterrorismus verdächtiges neues Terrornetzwerk „Neue Ordnung“ breiter als vermutet?“ (2). Meinolf Schönborn, der Führer der Gruppe, steht mit vier weiteren Mitgliedern der Organisation „Neue Ordnung“ im Zentrum eines laufenden Ermittlungsverfahrens wegen „Bildung einer kriminellen Vereinigung“. Geheim ist der Ort nun nicht mehr, an dem die Zusammenkunft stattfindet. Das konspirative Treffen, zu dem selbst die Mitnahme von Handys verboten ist, findet in einem abgelegenen Hotel in Ilfeld (Landkreis Nordhausen), dem „Hotel Hufhaus“, statt.

Das Haus ist in Bezug auf tief braune Veranstaltungen kein unbeschriebenes Blatt.
„Der Verfassungsschutz Thüringen geht davon aus, dass sich seit 1997 zwei Mal (Frühjahr und Herbst) im Jahr hier getroffen wird“ schreibt das Antifaschistische Rechercheteam Nord 2010 (3). Der Verein „Die Deutsche Freiheitsbewegung e.V. des ehemaligen NPD-Vorsitzenden Günter Deckert nutzt das „Hotel Hufhaus“ zur Durchführung der „Tage Deutscher Gemeinschaft“. Deckert sitzt im Moment eine mehrmalige Haftstrafe wegen Holocaustleugnung ab. Das Treffen „Tage Deutscher Gemeinschaft“ ging aus dem „Leser- und Aktivistentreffen“ der LeserInnenschaft der neofaschistischen Zeitschrift „Recht und Wahrheit“ hervor (3).

Die Tradition der LeserInnentreffen wurden von Alber Bosse, der 1989 die Herausgeberschaft von „Recht & Wahrheit“ übernahm, und Deckert begründet.
Nach einer Einschätzung des „antifaschistischen Pressearchivs und Bildungszentrums Berlin“ sind sie „bundesweite Treffpunkte für neofaschistische Führungspersonen und gelten als Schnittstelle der verschiedenen Generationen“, schreibt Kai Budler auf dem Störungsmelder(4). Zwischen 100 und 120 Personen nehmen in der Regel an den ultrarechten Treffen teil.

Öffentlich bekannt wurde die vom 04.-06. Juni 2010 stattfindende Tagung schon im Vorfeld.
Unter dem Motto „Kein Ort für Nazis!“ machte das „Bündnis gegen Rechtsextremismus Nordhausen“ dagegen mobil. In einer Pressemitteilung forderte es ein Ende dieser Veranstaltungen im „Hotel Hufhaus“, es könne „nicht sein, dass sich dort Jahr für Jahr Antisemiten, Revisionisten und Holocaustleugner treffen“ (Vgl. 4).

Seit Sommer 2009 ist Meinolf Schönborn der Herausgeber von „Recht & Wahrheit“. Unter seiner Führung wandelten sich die „Tage Deutscher Gemeinschaft“ wieder in die aus den 90er Jahren bekannten „LeserInnentreffen“ der ultrarechten Zweimonatszeitschrift.

Am 24./25.11.2012 fand dort ein LeserInnentreffen der Zeitschrift „Recht und Wahrheit“ mit dem Titel „Ist der Islam eine Bedrohung?!?!“ statt. Als RednerInnen sollen dort Prof. Dr. Karl-Heinz Kuhlmann sowie die notorische Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel aus Vlotho aufgetreten sein (5). Kuhlmann selbst bestreitet die Teilnahme, wurde aber von mehreren Medien im Vorfeld als Referent genannt.

Via das Propagandaorgan neue Ordnung soll auf dem diesjährigen Organisationstreffen im März die „Bereitschaft erzeugt“ werden, „neue Wege zu beschreiten“.

Belege dafür, dass die konspirative Zusammenkunft im „Hotel Hufhaus“ stattfindet:
1. Die auch unter Schönborn fortgesetzten Kontinuität der LeserInnentreffen im „Hotel Hufhaus“
2. Die Übereinstimmung der Preise und der Unterkunftsmöglichkeiten der aktuellen Veranstaltung sowie der des LeserInnentreffens vergangenen Herbst (siehe Screenshots auf unserem Blog), die definitiv in diesem Hotel stattgefunden hat.
3. Genau diese Unterkünfte bietet das Hotel selbst auch an. Für die große Gruppe sind die Preise etwas günstiger und zusätzlich gibt es die Möglichkeit der Übernachtung im Zelt.
4. Das Hotel teilte uns bei einer Buchungsanfrage für das erste Märzwochenende mit „Oh, 2. März geht nicht, da haben wir Veranstaltung“.

Ob Protest gegen das konspirative Treffen möglich ist, müssen die Menschen und Initiativen vor Ort entscheiden.
Da der Ort dieses Treffens nun bekannt ist, fordern wir die staatlichen Institutionen auf, die notwendigen Schritte zum Verbot dieser neonazistischen Veranstaltung einzuleiten!

Bürgerinnen und Bürger gegen extreme Rechte

Fußnoten
(1) http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=10784460/mpdid=10962280/wncw4e/index.html
(2) http://bubgegenextremerechte.blogsport.de/2013/02/10/moegliches-rechtsterroristisches-terrornetzwerk-neue-ordnung-breiter-als-vermutet/
(3) https://artnordth.wordpress.com/2010/10/08/tage-deutscher-gemeinschaft-im-oktober-2010/
(4) http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2010/06/02/revisionistische-%E2%80%9Etage-deutscher-gemeinschaft%E2%80%9C-in-nordthuringen_3562
(5) vgl. http://bismarck.blogsport.de/

Screenshot Einladung Isamtagung November 2012

Screenshot Einladung Organisationsseminar März 2013

Screenshot Preisliste „Hotel Hufhaus“

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