Nürnberger Neonazi auf der Flucht?

Nürnberger Neonazi auf der Flucht?

Der Nürnberger Neonazi Rainer Biller huldigt auf Facebook dem rechtsterroristischen NSU. Nach Veröffentlichung seiner Aktivitäten bricht er in hektische Aktivitäten aus. Ist er „zwingend“ ein Unterstützer der NSU? Bereitet er gerade seine Flucht für immer vor? Wurde er letztes Jahr aus der NPD geworfen um Kontakte der Nürnberger NPD zum NSU zu verschleiern?
Wir berichteten über die offene Sympathie, die der Nürnberger Neonazi Biller auf Facebook für die NSU demonstriert (1). Nachdem er von der Veröffentlichung mitbekam, brach er in hektische Aktivitäten aus: Posten von alten Autos und NSU-Logos, um dann in einem Kommentar zu erklären. „Und das ich Beate Zschäpe als hübsche Frau bezeichnet habe und ein Freund alter Fahrzeuge wie NSU – DB – Ford usw. bin , bedeutet nicht zwingend das ich ein Unterstützer der sogenanten Dönermörder bin.“ (2) Biller verwendet immer noch den rassistischen Begriff „Dönermörder“. „Zwingend“ bedeute dies nicht, dass er ein NSU-Unterstützer sei, meint Biller.

„Zwingend“ ein Unterstützer des rechtsterroristischen NSU?

Sehen wir uns seine Argumentation an: „Ein Fan alter Autos“. Keine einzige seiner „gefällt mir“ Angaben auf FB betraf am 14.12.12 alte Autos. Screenshots als Beweis unserer Aussage wurden gefertigt. In seinen gesamten älteren Facebook Bildern befindet sich als einziges Auto ein neuer Bentley Sportwagen neben dem Biller in angeberischer Stellung posiert. Das zeigt auf: Biller mag alles sein, aber ein Fan alter Autos, bestimmt nicht. Selbst fährt er übrigens einen stinknormalen Kleinwagen. Das von ihm veröffentlichte „NSU“ Symbol, hat mit einer vermeintlichen Vorliebe für Autos nichts zu tun.

Neue rechte Terrorzelle?

Welche Nutzer zeigen auf Billers NSU Bild Reaktionen und welche?
Den folgenden drei Usern „gefällt“ Billers NSU-Huldigung:
„Chris Steini“, sein Portrait-Foto auf FB ist das eines mit zwei Maschinenpistolen bewaffneten, maskierten Kämpfers. Auf die Frage „Sollte die NPD verboten werden?“ Antwortet er: „Nein, die NPD tut nichts Verbotenes!“ (3)

„Ben Korncola“ präsentiert sich auf FB mit einem Sweatshirt „Nationale Armee Großdeutschland“ (4).

Bei „Nick SA“ reicht schon der Name. „Stolz und Treu“ „schmückt“ sein Titelbild bei Facebook inklusive Wehrmachtssoldaten und der Reichskriegsflagge (5).

Selbige drei Nutzer sollen sich für ein Autologo „NSU“ begeistern und nicht für den „Nationalsozialistischen Untergrund“? Vom Auftreten her, käme mir eher der Verdacht einer neuen Terrorzelle der extremen Rechten nahe!

Huldigung an Beate Zschäpe

Zu seiner Ehrerbietung an Beate Zschäpe stellt Biller gesondert eine Erklärung ins Netz:
Über ein plärrendes Mädchen mit den Worten „Das ist echt zum Heulen“ schreibt Biller „Es ist Verboten eine Angeklagte Person wie Beate Zschäpe als hübsche Frau zu bezeichnen – aus diesem Grund habe ich das Bild von ihr gelöscht !!!!!!!!!!!!!!“ (6) Und tatsächlich. Er hat das Foto inkl. Kommentar gelöscht, wie auch viele weitere, die ihm unangenehm waren. So inzwischen auch das Bild mit dem Führergruß und seinen Aufruf zum Kampf.

Kommentiert wurde das Foto mit dem Mädchen von zwei Nutzern. „Dennis Zumsechstenmal“ (7), der auf seiner FB-Seite in faschistischer Ästhetik ein großes Keltenkreuz im Titelbild integriert hat und u. a. stolz ein Hakenkreuz präsentiert und der inzwischen gelöschte User „Gigiana KlansFrau“. Seine Fotopostings bestanden Schwerpunktmäßig aus „ACAB“ in diverser Form (8).

Ebenfalls zwei Garanten, die mit ihrer Darstellung dafür gerade stehen, dass Biller niemals seine Sympathie für den rechtsterroristischen NSU ausdrücken wollte?

Waffenfan Biller

Zu den geposteten Waffenbildern stellt Biller fest (2):

„Nur zur Aufklärung wegen den Aufregern zu meinen Bildern die ich gelöscht habe !!!!!
Die Waffen waren alle Dekowaffen ! Da ich mich dafür interessiere.
Die Handgranaten und sonstige Abbildungen waren Bilder aus entsprechenden Foren !“

Wollen wir mal hoffen, dass das stimmt und er wirklich keine Waffensammlung besitzt.

Tja, ein Waffenfan ist er ja wirklich – das passt auch gut zum NSU. Ansonsten postet Biller am Abend nach der Veröffentlichung seiner FB-Aktivitäten dort diverse Tier- und Scherzbilder, sowie großformatige Stellungnahmen „gegen Gewalt“, um seinen Account und sich als Person harmlos erscheinen zu lassen. Dass vorher durchweg rassistische Bilder gepostet wurden, – vermischt mit Familienbildern – bzw. die Nachrichtenmeldung des Freien Netz Süd (FNS) will er dadurch verschleiern. Beim FNS wirkt Biller an entscheidender Stelle mit. So wurde durch seine Verbindungen z.B. das Nationale Zentrum in der Wettersteinstr. in Nürnberg Langwasser geschaffen (9).

Biller auf der Flucht?

Am Freitag veröffentlicht er ein Flugzeugbild (10) Übertitelt ist es mit: „Habe mir gerade überlegt ob wir nicht die Koffer packen – über Weihnachten – oder für immer!“ Eine Leserin wünscht ihm „einen schönen Urlaub“. Biller entgegnet: „Nur wird das kein Urlaub wenn ich gehe und ich werde auch nicht zurück kommen !“ Dieses Bild hat er inzwischen wieder gelöscht.

Einzig ein Plattencover mit dem Titel „Peter Alexander Sag beim Abschied leise Servus“ deutet auf seine Fluchtgedanken hin (11). Ist ein „sich außer Landes entfernen“ kein Verstoß gegen mögliche Bewährungsauflagen?

Biller – die NPD und das Thüringer Terrortrio

Biller drückte letztes Jahr im November auf Facebook seine Sympathie mit dem NSU aus und macht sich übe die Opfer lustig. Daraufhin wird er innerhalb weniger Tage aus der NPD und der Nürnberger NPD Tarnorganisation „Bürgerinitiative Ausländerstopp“ entfernt (12).

Maßgeblich verantwortlich ist dafür der damalige bayerische Landesvorsitzende Ollert. Dieser ist – wie erst diesen Freitag, den 14.12.12. herauskam – 1997 Teilnehmer einer Demo der Kameradschaft „Thüringer Heimatschutz“ in Neuhaus am Rennweg. „Neben Ralf Ollert läuft Beate Zschäpe, hinter Ollert ist Uwe Böhnhardt zu erkennen“ Die drei gehören zu den ausgewählten KameradInnen, welche die Demospitze bildeten. Erst dahinter kommt dann im Pulk das „einfache Fußvolk“ (13). Der spätere NSU-Terroristen Uwe Mundlos besuchte am 18. Februar 1995 ein rechtes Treffen in der Nürnberger Gaststätte „Tiroler Höhe“. Dort gab es in den 90er Jahren monatliche Treffen der NPD und SympathisantInnen. Mit dabei immer wieder als Nürnberger KV-Vorsitzender der NPD: Ralf Ollert (14).

Handelte Ollert mit dem Rauswurf Billers so schnell, damit im Nürnberger braunen Sumpf und bei ihm selbst nicht intensiver nachgebohrt wurde? Wie genau kannte er die zukünftigen Terroristen?

Biller wurde daraufhin beim Freien Netz Süd (FNS) aktiv und im April zu 4 Monaten mit Bewährung wegen Volksverhetzung verurteilt (15). Wie seine Bemerkungen auf Facebook gemeint sind, haben wir aufgezeigt. Bei einer Anzeige und Verurteilung dürfte er für mindestens ein halbes Jahr hinter Gitter wandern. Zieht er deswegen die Flucht vor oder ist er in noch ganz andere Aktivitäten verwickelt, die ein Abtauchen sinnvoll erscheinen lassen?

Bürgerinnen und Bürger gegen extreme Rechte

Fußnoten:
(1). Vgl vgl. auch Meldung
(2) vgl. Screenshot 1 Erklärung Biller
(3) vgl. Screenshot 2 Chris Steini
(4) vgl. Screenshot 3 Ben Korncola
(5)vgl. Screenshot 4 Nick SA
(6) vgl. Screenshot 5 Zschäpe
(7) vgl. Screenshot 6 und 7
(8) vgl. Screenshot 8
(9) vgl. Meldung
(10) vgl. Screenshot 9 und 10
(11) vgl. Screenshot 11
(12) Meldung
(13) siehe Screenshot 12
(14) vgl.: Meldung , Meldung , Meldung
(15) vgl. Meldung

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1 Antwort auf „Nürnberger Neonazi auf der Flucht?“


  1. 1 Name 20. März 2013 um 22:30 Uhr

    Kinderkram oder Kinderkram?

    Wenn es drauf ankommt habt ihr wie immer keine Eier in der Hose.

    Kampf dem Kapital, merkt es endlich das dieser ganze Links/Rechts Krebs nur hochgeputscht wird um den wahren Feind zu verschleiern.

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